Mein Systemwechsel von Canon zu Sony

Ich habe es getan !!! Hallo Sony, Canon ade`….

 

Lange lange hab ich mit mir über einen Systemwechsel gerungen, Monate lang recherchiert und mit vielen Menschen gesprochen. Nun ist es soweit, ich habe Canon den Rücken gekehrt und den Systemwechsel zu Sony gemacht. Genauer gesagt zur Sony A7 II, eine Spiegellose Systemkamera mit 24MP Vollformatsensor.

Doch wie ist es dazu gekommen? Das möchte ich euch in diesem Beitrag mal ein wenig erläutern und gleichzeitig meine Erfahrungen schildern. Denn ich denke, ich bin nicht der einzige der mit solchen Überlegungen zu kämpfen hat.

Wie ist der Gedanke überhaupt entstanden?

Seit 2007 bin ich, damals mit der 400D und der 18-55mm Kit-Linse, in der Canon-Welt unterwegs. Eigentlich war ich auch immer sehr zufrieden. Mit meinen steigenden fotografischen Kenntnissen, stiegen auch die Anforderungen. Und so kamen immer wieder neue Bodys, Objektive und diverses Zubehör dazu. Schließlich landete ich 2012 dann bei meiner Traumkombi: Eine 5d Mark II und einer 7d mit diversen Linsen wie zb. Das Canon 70-200mm 2.8 L IS USM II, dem 100-400 L IS USM, dem 100mm 2.8 L IS USM Macro oder dem 24-70mm 4.0 L IS USM. Wer so ein wenig die Preise kennt, der weis das ich da einen Kleinwagen mit mir rumgeschleppt habe. Die Welt war einfach in Ordnung.

Irgendwann kamen dann die neueren Bodys von Canon auf den Markt. Natürlich hab ich sie mir direkt angesehen. 5d Mark III, die 6D und 7D Mark II. Alle konnten mich nicht so recht überzeugen, die Mehrleistung war für mich einfach nicht da, bzw. die Innovation fehlte in meinen Augen. Also beschloss ich auf eine neuere Version zu warten, die einfach “mehr” bietet.

In der Zwischenzeit schielte ich, immer ein wenig neidisch, auf all die anderen Systeme die so auf den Markt kamen. Aber ich blieb Canon treu.

Die Wende – EOS 5D Mark IV und EOS 6D Mark II

Plötzlich war sie da, das neue Canon Vollformat Flaggschiff, die 5D Mark IV. Neuer Sensor, WLAN, USB 3.0 eigentlich alles was man will. Aber dann der Preis: Ca. 4000€ für eine 5er!!!! Das war einfach zu viel. Und so hoffte ich noch auf die 6D Mark II. Diese war dann vom Preis her etwas besser, aber die Leistung stimmte einfach nicht.

Ich konnte mich mit der neuen Canon Preispolitik einfach nicht anfreunden. Und der Wunsch nach einem Systemwechsel war geboren….

Recherche und die alt gegen neu Hürde

Für mich stand fest, ich wollte wieder einen Vollformatsensor mit gutem Dynamikumfang und gutem Rauschverhalten. Anfangs hatte ich mich noch für DSLR und DSLM interessiert. Nach und nach hab ich mich dann aber immer mehr mit den DSLM´s angefreundet, nicht zuletzt durch Freunde und Kollegen bei denen ich die Systeme mal testen konnte.

Meine Entscheidung fiel schließlich auf das System von Sony. Die Verarbeitung passte, der Sensor hatte durchweg gute Bewertungen, das Autofokussystem scheint präzise zu arbeiten und der Preis stimmte auch.

Mit einem Umzugskarton voll Canon Equipment und einer Einkaufsliste für ein neues System ging ich zum Händler meines Vertrauens. Nach langen 3,5stündigen Verhandlungen verließ ich den Laden mit einer Einkaufstüte voller Sony Kartons ( Tausch Umzugskarton gegen Einkaufstüte !!!), enthalten waren folgende Sachen:


Irgendwie stolz, aber auch ein wenig wehmütig war es dann getan und ich fuhr nach Hause.Und nun zur Kamera und meinen ersten Erfahrungen….

 

Die Sony a7 II im Detail

Die Sony A7 II ist eine 24MP Vollformatkamera mit Wechselobjektiven aber, anders als bei meinen Canon Body´s, mit digitalem Sucher. Dieser Sucher war der einzige Punkt der mir Sorgen machte. Kann ich das Motiv korrekt sehen, bzw. beurteilen? Wird es vergleichbar mit einem optischen Sucher sein? Kurz gesagt: Nein, es ist völlig anders, aber durchweg positiv und das überraschte mich.

Beim ersten Blick durch den Sucher war alles so ungewohnt hell und klar, ich konnte alle Informationen sehen und nach dem Auslösen sah ich sogar das Bild zu Kontrolle, einfach genial. Zusätzlich konnte ich mir noch Gimmicks wie das Histogramm oder die Wasserwaage einblenden lassen. Ich war gefühlt in 2017 angekommen…

Ich glaube ich habe noch nie von einem technischen Gerät mit so viel Begeisterung eine Bedienungsanleitung studiert.

Die Kamera an sich ist sehr hochwertig verarbeitet. Sie ist wesentlich kleiner und leichter als meine Canon. Aber dank des Batteriegriffes liegt sie echt super in der Hand und ich habe große Hände.

Ein absolutes Highlight der Kamera für mich waren die Möglichkeiten der manuellen Fokussierung.

Das FokusPeaking: Die Kamera erkennt Kontrastkanten und hebt diese dann farblich hervor. So kann ich immer zuverlässig beurteilen, wo meine Schärfe gerade im Bild liegt. Einfach ein Traum.

Der Autozoom: Wenn ein Objektiv manuell fokussiert wird zeigt die Kamera, dank des digitalen Suchers, eine Vergrößerung des Bildes direkt an. So kann man problemlos scharf stellen. Beim Auslösen springt das Bild dann wieder in die normale Ansicht.

Dank dieser zwei Features sind nun auch meine alten Minolta MD Objektive wieder sehr interessant. Darüber werde ich in einem späteren Beitrag ausgiebig berichten.

Zu einem Body gehören auch Objektive

Natürlich kann man mit einem Body allein keine Bilder machen, also nun zu den Objektiven. Hier habe ich mich zunächst auf drei Festbrennweiten beschränkt, da ich hauptsächlich Portraits mache.

Meine standart Portraitbrennweite  bei Canon war das 85mm 1.8 USM, die L Version war mir immer zu teuer. Doch bei Sony wollte ich es nun Wissen und holte mir das 85mm F1.4 GM für satte 1699€. Was soll ich sagen, WOW!!! Dieses Objektiv ist einfach nur der Wahnsinn. Die ersten Bilder im Studio mit der Linse und dem neuen Sensor waren echt ein Aha-Erlebnis. Alle Befürchtungen waren nun verflogen, der Wechsel war eindeutig der richtige Schritt.

Auch die zwei anderen Optiken lieferten ihre Ergebnisse mit dem WOW-Faktor. Das Bokeh des 55er ist eine Klasse für sich. Nun gut für knapp 900€ darf man ja auch was Erwarten. Die Haptik ist einfach toll, die Verarbeitung beispielhaft.

Und zuletzt die 35mm. Im Vergleich zu den beiden anderen wirkt sie eher mickrig, aber dennoch sehr wertig. Auch hier überzeugt die Bildqualität und mit ca. 850€ ist es das Günstigste im Trio.

Über lange Sicht werden bestimmt noch ein Paar Optiken dazukommen, aber für´s erste hab ich genug, denke ich.

Mein erstes Fazit

Nach den ersten paar Tagen mit der A7 II bin ich wirklich der Meinung den richtigen Schritt gewagt zu haben. Klar ist Canon einer der großen Kameraplatzhirsche, aber es kann sich durchaus lohnen mal nach links und rechts zu schauen. Manchmal kommt halt der Eindruck auf die “Großen” ruhen sich ein wenig auf ihrem Marktanteil aus und verpassen dadurch ein wenig die Neuerungen. So hatte ich auch bei Canon das Gefühl… Jetzt habe ich eine Top Kamera mit allem was die Technik so bietet, wie z.B. WLAN, NFC usw.. für “kleines” Geld.

Klar ist es erstmal eine riesige Umgewöhnung. DSLR zu DSLM, Canon zu Sony und schließlich von großer Ausrüstung zu kleiner Ausrüstung. Aber wenn man die ersten Hürden erstmal genommen hat kommt, zumindest in meinem Fall, nur noch Freude auf. ALLES RICHTIG GEMACHT!

Ausgiebige Praxistests und Ergebnisse werden in späteren Beiträgen folgen….

Der erste Test der Sony A7II im Studio

3 Kommentare

  1. Hallo Stefan,
    Toller und umfangreicher Bericht mit Insiderinfo´s ohne Ende. Viele Sachen musste ich erst einmal nachschlagen und lesen ( auch zwei oder dreimal ) um sie zu verstehen. Aber deshalb , oder gerade deswegen ist dir gelungen mitzuteilen, was dich überzeugt hat. Viel Spaß mit Deiner “Neuen” und noch viele schöne Fotos von Dir.

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