Abtauchen zum Fotografieren – Outdoor- und Unterwasserkameras machen verborgene Welten sichtbar

Die Welt unter der Wasseroberfläche ist kaum weniger schön, als diejenige darüber. Es ist ein unbeschreibliches Vergnügen, sich diese faszinierende verborgene Welt durch Tauchen zu erschließen. Und immer häufiger ist die Kamera mit dabei. Denn das Fotografieren unter Wasser war noch nie so leicht machbar. Dem fotografierenden Taucher stehen alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung, von der analogen Einwegkamera bis hin zum digitalen Hochleistungsapparat. Und dies teilweise zu einem Preis, der bei einer Reise zu den begehrten Fotoobjekten im Meer, zu den Korallen und der exotischen maritimen Tierwelt letztendlich kaum noch zu Buche schlägt.

Eine Kamera nur zum Tauchen?

Der Begriff Unterwasserkamera wurde inzwischen durch die Bezeichnung Outdoorkamera oder auch Actioncam ersetzt. Denn die meisten dieser Kameras besitzen Fähigkeiten, die weit über das hinaus gehen, was man beim fotografischen Schnorcheln benötigt. Nicht nur sind die Gehäuse wasserdicht bis in größere Tiefen, sondern auch geschützt vor Stößen, Staub und sogar polarer Kälte. Deshalb ist eine robuste Outdoorkamera ideal zum Fotografieren bei allen Unternehmungen, bei denen die Ausrüstung auch einem rauheren Umgang ausgesetzt ist. Vom Mountain-Biker über den Kletterer bis hin zur Polarexpedition dürfte eine Actioncam also interessant sein.

Welche Eigenschaften muss eine Unterwasserkamera mitbringen?

Farbeinstellung

Besonders wichtig ist die scharfe und natürliche Wiedergabe der Fotos. Idealerweise kann man bei der Kamera einen größeren Farbkontrast oder einen lebhafteren Farbmodus einstellen, zum Beispiel vivid. Auf diese Weise lassen sich die eingeschränkte Helligkeit und der damit verbundene Verlust an Farbintensität teilweise ausgleichen.

Auflösung

Weniger Bedeutung hat mittlerweile die Anzahl der Megapixel, über welche der Bildsensor verfügen sollte. Auch Kameras im mittleren Preissegment weisen heutzutage eine derart große Auflösung auf, die für qualitätvolle Aufnahmen unter Wasser völlig ausreicht.

Lichtstärke

Ein Objektiv mit hoher Lichtstärke ist ebenfalls unverzichtbar. Hier sind natürlich die Präzisionsobjektive zum Beispiel von Leitz mit großer Blende eindeutig im Vorteil. Ein optisches Zoom ist ebenfalls wichtig. Es hat gegenüber dem digitalen Zoom den Vorteil, dass die Unschärfe mit Vergrößerung der Brennweite nicht zunimmt. Gegen unkalkulierbare Bewegungen im Moment des Auslösens schützt der optische Bildstabilisator. Bei der Actioncam ist das Objektiv meist hinter einer Vertiefung angebracht, welche die empfindliche Optik vor Kratzern schützt.

Wasserdichte

Mit zunehmender Wassertiefe und damit einem sich ständig erhöhenden Wasserdruck spielt auch die Wasserdichte der Kamera eine größere Rolle. Eine Unterwasserkamera, die auch in größeren Tiefen benutzt werden soll, durchläuft einen relativ aufwendigen Herstellungsprozess und ist damit auch recht teuer. Gute Modelle garantieren allerdings bis zu einer Tiefe von 13m Wasserdichte.

Großes Display

Der Sucher oder das Display sollte hell sein. Jedoch empfiehlt es sich sowieso, auf den Sucher zugunsten eines großen Displays zu verzichten, da man möglicherweise durch die Taucherbrille daran gehindert wird, diesen aus kleiner Entfernung zu betrachten.

Extras

Angenehm ist es, wenn man die Fotos direkt per WiFi an das Smartphone schicken kann, oder aber mittels WLAN an den Router. Gute Kameras verfügen über eine entsprechende Funktion.
Als weiterhin sinnvolles Equipment haben sich Höhen- und Tiefenmesser sowie Kompass und Barometer erwiesen.

Robustheit

Eine Fallhöhe von 2m halten die besten Kameras schadlos aus. Außerdem lassen sie sich innerhalb kürzester Zeit einschalten und sind in Sekundenschnelle aufnahmebereit, so wie man es von einer Actioncam erwartet.

Warum ist die Bildbearbeitung bei Tauchfotos besonders wichtig?
Selten ist das Meerwasser so klar, dass keine Farbeinbußen zu sehen sind. Fast immer trüben die im Wasser schwebenden Partikel das klare Bild. Ohne nachträgliche Bildbearbeitung wird man deshalb auch keine optimalen Fotos erhalten. Bildbearbeitungsprogramme wie zum Beispiel Lightroom oder Photoshop, aber auch die Freeware Gimp, ermöglichen diese Korrektur. Vor allem sollte man hierbei den Weißabgleich korrigieren, aber – wenn möglich – auch auf digitale Weise Dunst entfernen. Die Leuchtkraft der Farben lässt sich über die Kontrasteinstellung korrigieren.

Unterwassergehäuse

Als Alternative zur Outdoorkamera hat sich das Unterwassergehäuse erwiesen. Dieses ist in allen Größen erhältlich, sowohl für die Kompaktkamera als auch für die Spiegelreflexkamera. Und der Preis ist in der Regel akzeptabel. Einige Kamera-Hersteller bieten eigens für ihre Modelle Unterwassergehäuse an. Der Vorteil dieser Alternative liegt sicherlich bei der Möglichkeit, noch flexibler zu arbeiten und zum Beispiel eigene spezielle Objektive oder Filter einzusetzen.

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